Der Sturm

von William Shakespeare | Stadttheater Klagenfurt 2012
Arnold Pöschl

"Der Sturm wurde immer mehr zu einem romantischen und opernhaften Feenstück, in dem die Hauptrolle eine Balletttänzerin trug, die in hellem Trikot und mit silbertüllenen Flügeln schlagend über die Bühne schwebte. Der wahre Sturm ist drohend und roh, lyrisch und grotesk, er ist – wie alle großen Werke Shakespeares – eine leidenschaftliche Auseinandersetzung mit der wirklichen Welt."
Jan Kott

1610 lief die Sea Venture, das Flaggschiff einer Flotte von englischen Auswanderern nach Virginia, bei einem Sturm vor den Bermudas auf ein Riff. Die Schiffbrüchigen konnten alle gerettet werden. Diese Nachricht inspirierte William Shakespeare möglicherweise zu dem Bühnenstück The Tempest. weiterlesen Er schrieb es 1610/11. Die Uraufführung fand am 1. November 1611 im Whitehall Palace in London statt. Prospero, der Herzog von Mailand, hat die Regierungsgeschäfte seinem Bruder Antonio überlassen, um sich intensiv mit magischen Büchern beschäftigen zu können. Antonio findet an der Macht Gefallen, stürzt seinen Bruder mit Hilfe des Königs von Neapel und setzt ihn zusammen mit seiner kleinen Tochter Miranda auf hoher See aus. Als der König mit seinem Gefolge – darunter auch Antonio – zwölf Jahre später an der einsamen Insel vorbeisegeln will, auf der Prospero und Miranda leben, lässt Prospero mittels Magie das Schiff in einen gewaltigen Sturm geraten und auflaufen. Prospero inszeniert nun mit den Gestrandeten ein Spiel um Verlust und Gewinn, Verbrechen und Rache, Bestrafung und Vergebung. Der Sturm ist vermutlich Shakespeares letztes Stück, sein poetisches Testament. Prospero gilt als Sprachrohr des Dichters selbst, der am Ende angelangt, dem Zauberstab der Bühnenkunst abschwört. Die Insel Prosperos aber lässt sich nicht verorten, sie gehört dem Reich der Phantasie an, dem der Träume und des Theaters. Sylvia Brandl

Termine und Besetzung

Premiere am 4. Oktober 2012 im Stadttheater Klagenfurt.

In einer Bearbeitung von Cornelia Rainer
Nach der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel

MIT Heinz Trixner (Prospero), Sandra Lipp (Miranda), Heiner Stadelmann (Ariel), Heinrich Baumgartner (Caliban), Eduard Wildner (Antonio) Christian Futterknecht (Sebastian), Maximilian Achatz (Alonso), Hannes Pendl (Ferdinand), Jochen Tovote (Gonzalo), Gertrud Velisek (Stephana), Martina Kraul (Trincula) | Regie Cornelia Rainer | Bühne und Kostüme Aurel Lenfert | Musik Matthias Pichler, Christof Dienz | Dramaturgie Sylvia Brandl
Presse

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